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PRESSEMITTEILUNG 

Kiel, den 08.07.2010

Neuer Betriebskostenspiegel für Schleswig-Holstein

2,00 Euro pro Quadratmeter und Monat im Durchschnitt

 

(Kiel) Mieter zahlen in Schleswig-Holstein durchschnittlich 2,00 Euro pro Quadratmeter im Monat für Betriebskosten. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten zusammen, kann die so genannte zweite Miete bis zu 2,84 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel, den der Mieterbund Schleswig-Holstein jetzt vorlegt. Ausgewertet wurden die Betriebskosten des Jahres 2008, die mit den Abrechnungen im Jahre 2009 von der Vermieterseite geltend gemacht wurden. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung mussten bei Anfallen aller Kosten 2 726,40 Euro im Jahr 2008 nur an Betriebskosten aufgebracht werden. Das sind 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

Heizung und Warmwasser

 

Die Kosten für Heizung sind im Abrechnungsjahr 2008 drastisch um rund 12 Prozent gestiegen. Grund für die gestiegenen Heizkosten ist weniger, dass die Wintermonate 2008 etwas kälter waren als der Winter 2007. Entscheidend war die Entwicklung der Energiepreise. 2008 wurden Heizöl um 31,6 Prozent und Erdgas um 8,9 Prozent teurer. Das führte dazu, dass die Kosten für ölbeheizte Wohnungen bundesweit mit 1,12 Euro pro Quadratmeter und Monat fast 25 Prozent über den durchschnittlich zu zahlenden Heizkosten von 0,90 Euro pro Quadratmeter lagen. Wer mit Fernwärme heizte, lag mit 1,01 Euro pro Quadratmeter noch 12 Prozent über dem Durchschnitt. Dagegen wurden in gasbeheizten Wohnungen mit 0,71 Euro pro Quadratmeter etwa 21 Prozent weniger gezahlt. Dabei haben energetische Modernisierungen der Wohnungsbestände und sparsames Heizverhalten dafür gesorgt, dass der Kostenanstieg nicht noch höher ausfiel. Dies ist in Schleswig-Holstein von besonderer Bedeutung, weil im Land zwischen den Meeren die höchsten Energieverbräuche für Raumwärme bundesweit anfallen. Ursache hierfür ist das, was man an Schleswig-Holstein besonders schätzt: der frische und stetige Wind hierzulande.

 

Kalte Betriebskosten

 

Auch die Preise bei kommunalen Gebühren, Grundsteuer, Versicherungen und Dienstleistungen, wie Hausmeisterarbeiten und Gartenpflege, haben teilweise kräftig zum Kostenanstieg beigetragen. Am stärksten war der Anstieg bei Straßenreinigung und Winterdienst sowie bei den Müllentsorgungskosten. Bedacht werden muss jedoch, dass bei einer Betrachtung der Kosten je Quadratmeter und Monat ein Anstieg von 0,04 auf 0,05 Euro schon einer Steigerung von 25 Prozent entspricht. Leicht gesunken sind lediglich die Kosten für den Aufzug und die Allgemeinstromkosten.

 

Ausblick 2009 / 2010

 

Die Achterbahnfahrt, insbesondere bei den Kosten für Heizung und Warmwasser, setzt sich fort. Im Jahr 2009 sind die Preise für Gas um 1,5 Prozent und für Heizöl um 30,7 Prozent gesunken. Allerdings dürfte 2009 der Energiebedarf wieder angestiegen sein. Die Wintermonate 2009 waren insbesondere von Januar bis März deutlich kälter als im Vorjahr 2008. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die abzurechnenden Heizkosten 2009 etwa 10 bis 15 Prozent unter den Kosten des Jahres 2008 liegen werden.

 

Hinsichtlich der kalten Betriebskosten ist im Jahr 2009 von stabilen Preisen auszugehen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Kosten für Wasser (+1,7 %), Abwasser (+1,1 %), Müllabfuhr (+0,3 %) und Dienstleistungen (+1,3 %) nur geringfügig gestiegen.

 

Im Jahr 2010 zeichnet sich ab, dass die Gaspreise weiter sinken, die Ölpreise aber wieder spürbar anziehen. Gleichzeitig sind die ersten Wochen 2010 noch einmal sehr viel kälter gewesen als 2009. Demzufolge ist für 2010 dann wieder mit einem Anstieg der Heizkosten zu rechnen.

 

Nähere Auskünfte zu allen hiermit zusammenhängenden Fragen erteilen alle schleswig-holsteinischen Mietervereine. Deren Sprechzeiten und Aufnahmebedingungen können bei der Landesgeschäftsstelle des Mieterbundes Schleswig-Holstein, Eggerstedtstraße 1, 24103 Kiel, Telefon 0431/97919-0 erfragt werden. Sie sind auch im Internet verfügbar unter www.mieterbund-schleswig.holstein.de.   

 

Verantwortlich: Jochen Kiersch - Kiel

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