Mieterzeitungstexte Oktober 1998


Mietspiegel der Stadt Norderstedt neu aufgelegt

Norderstedt - Der mit dem Stand 01.03.1998 neu aufgelegte Norderstedter Mietspiegel liegt zwischenzeitlich in gedruckter Fassung vor. Gegenüber dem Vorjahr bringt er immer noch Mietsteigerungen mit sich, wobei allerdings die Steigerungsraten deutlich niedriger ausgefallen sind. In einzelnen Marktsegmenten, insbesondere auch bei neueren Wohnungen haben die Mietpreise deutlich nachgegeben. Dies ist eine Tendenz, die landesweit zu beobachten ist; das teure Marktsegment bröckelt nachhaltig.

Bitte denken Sie daran, daß der Mietspiegel alleine noch keine eindeutige Aussage zum Wohnwert einer bestimmten Wohnung trifft. Vielmehr wird es nötig sein, im konkreten Einzelfall eine Wohnung anhand der vollständigen Mietspiegel-Broschüre zu überprüfen. Darin werden die Standards beschrieben, die den einzelnen Rasterfeldern zugrundeliegen, sowie Beschaffenheits- und Lagemerkmale. Die vollständige Broschüre kann beim Norderstedter Mieterverein und bei der Stadtverwaltung bezogen werden. Natürlich ist der Mietspiegel auch im Internetangebot des Landesverbandes Schleswig-Holstein abgelegt. Der Zugriff erfolgt am schnellsten über den Deutschen Mieterbund (www.mieterbund.de).


Wohnungspolitisches Forderungsprogramm liegt in gedruckter Form vor

Kiel - Das am 14.03.1998 in Rendsburg verabschiedete wohnungspolitische Forderungsprogramm des Landesverbandes liegt in gedruckter Fassung vor. Es kann kostenlos bei der Landesgeschäftsstelle des Deutschen Mieterbundes angefordert werden. Der Forderungskatalog ist den Abgeordneten des schleswig-holsteinischen Landtages und allen verantwortlichen Wohnungspolitikern übergeben worden. Auf seiner Grundlage wird die wohnungspolitische Diskussion der nächten zwei Jahre geführt werden. Dazu gehört die Verankerung des Rechtes auf eine angemessene Wohnung in der Landesverfassung, die Aufforderung, 5 Tausend Sozialwohnungen jährlich zu fördern, sowie Sozialmieten preiswert und gerecht zu gestalten. Der Landesverband fordert die Einführung kommunaler Belegungsrechte auf Basis einer Landesverordnung und die Einrichtung und Förderung von Wohnungstauschprogrammen. Er fordert das Land auf, Ausführungsbestimmungen zum "Betreuten Wohnen" zu erlassen, um den hier immer stärker zunehmenden Mißbräuchen zu begegnen. Natürlich sind auch die ständig steigenden Betriebskosten Gegenstand dieses Papiers. Die Landesregierung wird darin aufgefordert, Wohnungsbauförderungsrichtlinien dahingehend zu ändern, daß nur noch die Betriebskosten neben der Miete umgelegt werden dürfen, auf die der einzelne Mieterhaushalt auch tatsächlich einen unmittelbaren Einfluß hat. Nach Auffassung des Landesmieterbundes ist schließlich auch die Fehlbelegungsabgabe zu berichtigen. Sie sollte auf die Mietspiegel verweisen, deren nachdrückliche Förderung gleichermaßen auf dem Programm steht. Der Landesmieterbund fordert weiterhin, die Zweckentfremdungsverordnung auf alle Bädergemeinden in den Küsten und im Binnenland auszuweisen, Genossenschaften zu stärken und für eine bessere Sicherung der Bausubstanz zu sorgen. Der vollständige Text des Forderungsprogramms ist gleichermaßen im Internet abrufbar.


Kieler Mieterverein im Videotext

Kiel - Auf den Videotextseiten des Offenen Kanals Kiel können Informationen vom und über den Kieler Mieterverein nachgelesen werden. Natürlich ist der Informationsgehalt deutlich geringer als etwa im Internet. Dafür ist das Medium wegen der weit über Kiel hinausgehenden Einspeisung in die Kabelnetze sehr viel besser verfügbar und darüber hinaus kostenlos. Schauen Sie doch mal herein!


Wenn der Postbote klingelt

Kiel - Kostensparen ist auch eine Devise des Kieler Mietervereins. Aus diesem Grunde wird zunächst versuchsweise ein Teil des Postversandes im Stadtgebiet Kiel über einen privaten Botendienst abgewickelt. Bitte wundern Sie sich daher nicht, wenn Ihnen die Post des Mietervereins ohne den wohlbekannten Freistempleraufdruck zugeht. Wenn die Sache sich bewährt, sind Freistempler und Briefmarke "out" und können wir unsere Portokosten weiter senken. Zwar wird ein großer Teil der Geschäftspost des Kieler Mietervereins bereits per Telefax abgewickelt. Der Anteil der Telefaxendeinrichtungen bei den Privathaushalten ist jedoch noch vergleichsweise gering, so daß aus dieser Neuerung mit einem deutlichen Einsparungspotential gerechnet wird.

Dringende Bitte des Mietervereins:

Nicht jeder Brief, der ohne Briefmarke daherkommt, ist Werbung. Vor dem Wegwerfen bitte zweimal hinsehen!


Wohnungsbautätigkeit im Umbruch

Kiel - Zwar hat das Jahr 1997 gegenüber 1996 eine erhöhte Zahl von Baugenehmigungen mit sich gebracht, dennoch sind Mitte des Jahres 1998 zwei Tendenzen klar erkennbar; zum einen hat es einen deutlichen und immer noch zunehmenden Einbruch im Geschoßwohnungsbau gegeben, zum anderen läuft geradezu ein Boom bei den Eigenheimen (siehe Grafik). Diese haben seit 1996 den Geschoßwohnungsbau bei weitem überrundet und tragen dazu bei, daß in den Großstädten plötzlich Wohnungen leerstehen, weil die neuen Eigenheimer "auf´s Land" gezogen sind. Damit blutet die finanzielle Leistungsfähigkeit der Städte aus, die diejenigen Einwohner verliert, die die höheren Steueranteile zahlen. Der Eigenheimboom fördert die Zersiedelung der Landschaft und trägt zu einem immer stärkeren Pendlerverkehr bei. Ganz nebenbei verpulvert die Bundesregierung Milliarden, um diese Entwicklungen zu fördern. Ein Elternhaushalt mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen bis zu 240 Tausend DM erhält einen Zuschuß von fast 70 Tausend DM. Für eine spürbare Erhöhung des Wohngeldes hingegen ist kein Geld da.


Fehlbelegungsabgabe - Schleswig-Holstein mit neuer Verordnung

Kiel - Am 30.06.1998 hat das Land eine Verordnung erlassen, die die Bezugsgröße für die Erhebung der Fehlbelegungsabgabe bildet. Darin wird das Mietgefüge für 182 Städte und Gemeinden im Land beschrieben, um daraus den Subventionsvorteil von öffentlich geförderten Wohnungen zu errechnen. Auffällig bei der neuen Verordnung:

Gegenüber der bisherigen Regelung sind 50 Städte und Gemeinden dazu gekommen. Die einfach ausgestatteten Wohnungen werden nicht mehr gesondert ausgewiesen, sondern über einen (viel zu niedrigen) Abschlag ausgeglichen. Die Zuordnung der Gemeinden zu den einzelnen Wohnungsmarkttypen ist fröhlich durchmischt worden. In einzelnen Rasterfeldern hat es Abweichungen um 30 Prozent nach oben oder unten gegeben. Die teilweise drastischen Veränderungen werfen viele Fragen auf, die der Landesmieterbund alsbald mit dem zuständigen Ministerium klären wird. Wir werden an dieser Stelle weiter berichten.

Natürlich kann auch die neue Verordnung einschließlich der Wohnungsmarkttypen und der Gemeindezuordnungen im Internetangebot des Landesverbandes aktuell abgerufen werden.


Amtsgericht Kiel: Kaution nach 3 Monaten zurück

Kiel - Bei einer sofortigen Weitervermietung nach Beendigung des Mietverhältnisses reichen 3 Monate für die Prüfung, ob Mängel in der Wohnung vorhanden sind, aus. Ist die Wohnung mangelfrei, muß der größte Teil der Mietkaution ausgezahlt werden. Zulässig kann es jedoch sein, angemessene Beträge zurückzuhalten, wenn Forderungen aus noch nicht fälligen Nebenkostenabrechnungen zu erwarten sind (110 C 644/97 vom 27.01.1998).


Erinnern Sie sich noch?

Kiel - Als Preussag ihr großes Wohnungspaket auf dem Ostufer verkaufen wollte, haben sich - neben vielen anderen - zwei prominente Kieler mit großem Nachdruck gegen das Geschäft ausgesprochen. Der eine war Norbert Gansel - heute Oberbürgermeister dieser Stadt. Der andere war Wolfgang Schulz - SPD-Vorsitzender in Gaarden und heute Aufsichtsratsvorsitzender der Kieler Wohnungsbaugesellschaft. Beide zusammen sind auf dem besten Wege, die KWG zu verkaufen.

 

Bitte werten Sie selbst!


DEUTSCHER MIETERBUND LANDESVERBAND SCHLESWIG-HOLSTEIN