Deutscher Mieterbund
Landesverband Schleswig-Holstein

Kiel, den 16.10.2018

 

Aus Fehlern lernen:
Neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft für Kiel

 20 Jahre ist es her, dass die Landeshauptstadt ihre kommunale Wohnungsbaugesellschaft gegen den Protest des Kieler Mietervereins verkauft hat. "Wir verkaufen nur an einen seriösen Investor" tönte der damalige Oberbürgermeister Norbert Gansel. Mieter müssten sich keine Sorgen machen. Das Ergebnis: Nach mehrfachen Weiterverkäufen gehören die rund 12.000 KWG-Wohnungen heute dem Finanzinvestor Vonovia. Der Kieler Mieterverein registriert jede Menge Ärger von Vonovia-Mietern um Mieterhöhungen, Betriebskostenabrechnungen, Modernisierungen …

Der Kieler Wohnungsmarkt ist völlig aus dem Ruder gelaufen, da ein Wohnungsneubau praktisch kaum stattfand. Der jüngste Mietspiegel zeigt einen Anstieg des Mietniveaus um 12,4 %. Es ist absehbar, dass die Mieten weiter kräftig steigen werden. Mit wenigstens vier Jahren Verspätung hat die Landeshauptstadt jetzt beschlossen, eine neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen.

Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum, der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Sozialverband Deutschland und der DMB Kieler Mieterverein möchten sichergestellt sehen, dass eine neue Wohnungsbaugesellschaft für Kiel ihren Zweck zuverlässig und langfristig erfüllen kann. Sie haben deshalb – abgeleitet aus den Fehlern der Vergangenheit – konkrete Forderungen an die Errichtung, Ausstattung, Zielsetzung und Führung dieser Gesellschaft:

Das Unternehmen sollte als GmbH in alleiniger Trägerschaft der Landeshauptstadt Kiel errichtet werden.  Schon vor 20 Jahren gab es Streit über die Gewinnabführung der damaligen KWG. Sie musste hohe Beträge an die Landeshauptstadt abführen, die bei Neubau und Instandhaltung fehlten und natürlich auch zum Mietenanstieg beitrugen. Die Forderung des Verbändebündnisses lautet daher: Das neu zu gründende Unternehmen muss dauerhaft von der Pflicht, Gewinne abzuführen freigestellt werden und soll seine Gewinne reinvestieren und zur Stabilisierung des Mietenniveaus verwenden. Die von dem Unternehmen angebotenen Wohnungen sollen in der Miethöhe deutlich unterhalb der Mietspiegelwerte vergleichbarer Wohnungen rangieren.

In vielen Kommunen ist es üblich, die Führung kommunaler Gesellschaften mit altgedienten Kommunalpolitikern zu besetzen. In Kiel war das nicht anders. Das Verbändebündnis spricht sich deshalb dafür aus, eine unabhängige, sozial orientierte Fachkraft an die Spitze des neu zu gründenden Unternehmens zu stellen, um Wechselwirkungen zwischen Politik und Unternehmensführung zu vermindern. Auch bestehe die Gefahr, dass ein Quereinsteiger das Unternehmen an den Grundsätzen wohnungswirtschaftlicher Interessenverbände ausrichtet.

In Frage käme beispielsweise der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen, der früher einmal vorrangig die gemeinnützige Wohnungswirtschaft unter seinem Dach versammelt hat. Heute vertritt dieser außerordentlich mächtige wohnungswirtschaftliche Verband eine bunte Mischung aus ehemals gemeinnützigen Unternehmen, Genossenschaften und Finanzinvestoren. Vonovia ist zwar nicht unmittelbar Mitglied im VNW, sondern gehört zu einem anderen Regionalverband. Alle zusammen sind aber im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen organisiert und es versteht sich von selbst, dass Gewinnmaximierung und die Schaffung investorenfreundlicher Rahmenbedingungen zu den großen Zielen dieser Verbände gehören.

Besonders unangenehm: Die wohnungswirtschaftlichen Verbände besetzen ihre Spitzenpositionen gerne mit hochrangigen Politikern. Der Chef des Bundesverbandes GdW zum Beispiel war Senator der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg, der Chef des VNW war Innenminister in Schleswig-Holstein und ist von seinem Amt zurückgetreten, um den Chefposten anzutreten. Seilschaften wie diese nutzen ihre alten Verbindungen, um Wohnungspolitik im Sinne ihrer Mitglieder zu beeinflussen. Deswegen fordert das Verbändebündnis auch, dass das neu zu gründende Unternehmen keine Mitgliedschaft in den wohnungswirtschaftlichen Interessenverbänden erwerben darf.

Um einen spürbaren Einfluss auf den Kieler Wohnungsmarkt ausüben zu können muss eine neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft einen Anteil von wenigstens 10 % des Wohnungsbestandes vorweisen können. Es ist klar, dass eine Gesellschaft dieser Größenordnung nicht aus dem Boden gestampft werden kann. 13.000 Wohnungen sollten allerdings eine Zielvorgabe sein. Auf dem langen Weg dahin sollte das Unternehmen mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Mietwohnungen neu bauen, Bestände aufkaufen, gepachtete Bestände bewirtschaften.

Deswegen fordert das Verbändebündnis die Landeshauptstadt auf, kommunale Liegenschaften, die für den Mietwohnungsbau geeignet sind, vorläufig nicht zu veräußern und sie nach der Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft zu vernünftigen Konditionen an das Unternehmen abzugeben. Ziel muss es sein, dass die neue Wohnungsbaugesellschaft einen Anteil von wenigstens 60 % öffentlich geförderter Wohnungen dauerhaft in ihrem Bestand haben wird. Gerade im Neubau böte eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft die Möglichkeit, der fortschreitenden sozialen Entmischung in Kiel entgegenzuwirken, indem geförderter Wohnungsbau auch in Stadtteilen verwirklicht werden kann, in denen freie Wohnungsunternehmen nur hochpreisige Wohnungen errichten würden.

Auch bei heruntergekommenen Wohnungsbeständen – sogenannten Schrottimmobilien – könnte ein kommunales Wohnungsunternehmen eine behutsame Instandsetzung vornehmen und so den betroffenen Mietern und dem Quartier von Nutzen sein.

Ein kommunales Wohnungsunternehmen wird durch die steigende Zahl von Obdachlosen auch kleine Wohnungen für Betroffene vorhalten müssen, die in Gemeinschaftsunterkünften mit Mehrbettzimmern überfordert sind und wegen der häufigen psychischen und gesundheitlichen Probleme nicht die notwendige Basis für einen Neubeginn finden.

Auf Bundesebene wird darüber nachgedacht, eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit einzuführen. Deswegen sollte bereits in der Gründungsphase einer neuen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft sichergestellt werden, dass das Unternehmen den Anforderungen einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit genügen wird.

Das Verbändebündnis spricht sich dafür aus, das neu zu gründende Wohnungsunternehmen mit einem Mieterbeirat auszustatten, der Mitbestimmungsrechte in den Bereichen Miethöhe, Betriebskosten und Modernisierung haben soll. Ihm sollen umfassende Auskunftsansprüche zugebilligt werden. Der Kieler Mieterverein soll berechtigt sein, an den Sitzungen des Beirates mit beratender Stimme teilzunehmen.

Natürlich sind Neugründung und Aufbau einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft ein kostspieliges Unterfangen. Das Verbändebündnis weist aber darauf hin, dass die Stadt auch selber das Opfer des rasanten Mietenanstiegs geworden ist. So sind die jährlichen Kosten der Unterkunft für Transferleistungsbezieher von 78,5 Millionen € im Jahre 2013 auf 89,8 Millionen € im Jahre 2017 gestiegen. Tendenz: weiterhin steigend. Ursache für diesen steilen Anstieg ist unter anderem die Tatsache, dass die Mieten des preiswerten Marktsegments besonders stark gestiegen sind. Genau deswegen ist es wichtig, dass die neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft sich auf dieses Marktsegment konzentriert. In dem Maße, wie das neue Unternehmen einen dämpfenden Einfluss auf das Mietengefüge gewinnt, wird auch der Sozialhaushalt der Landeshauptstadt Kiel entlastet werden.

Die wohnungspolitische Maxime der Landeshauptstadt sollte sich langfristig am "Wiener Modell" ausrichten. Die österreichische Hauptstadt besitzt mit 220.000 Wohnungen rund ein Viertel des Wiener Wohnungsbestandes. Sie hat dem Privatisierungsdruck stets widerstanden. Dadurch ist sie in der Lage einen spürbaren Einfluss auf den Wiener Wohnungsmarkt auszuüben mit der Folge, dass das Mietgefüge in Wien weit unterhalb der Mieten in anderen europäischen Metropolen angesiedelt ist.

Mit Immobilien wird viel Geld verdient. Langfristig werden sich Gründung und Aufbau einer neuen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft für die Landeshauptstadt rechnen und zwar auch dann, wenn sie nicht auf die extremen Gewinnmargen setzt, wie sie renditegetriebene Finanzinvestoren als selbstverständlich ansehen.

V.i.S.d.P. Heidrun Clausen, Mieterbund Kiel

Landesseiten
Oktober 2018
mit folgenden Beiträgen
:

1. Bezahlbare Wohnungen fehlen
    Neubau zu teuer
2. Satzungsänderungen beim Kieler Mieterverein
3. Mieterverein Flensburg
    Jahreshauptversammlung
4. Volksinitiative für bezahlbaren Wohnraum
5. Kurz notiert

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Landesseiten
August 2018
mit folgenden Beiträgen
:

1. Volksinitiative für bezahlbaren Wohnraum
    Wir bitten um Ihre Unterschrift!
2. Mitgliederversammlung:
    - Beitragserhöhung
    - Mitgliederehrung
    - Wohnungspolitik
3. Statistikamt Nord sucht Privathaushalte
    für Erhebung

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Volksinitiative für bezahlbaren Wohnraum

Angemessener Wohnraum ist für jeden Menschen unverzichtbar. Die Wohnung ist für den Menschen Lebensmittelpunkt, Rückzugsbereich und Ruhepol zugleich.

Doch in Schleswig-Holstein stehen viele Menschen vor großen Problemen, angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zu finden. Insbesondere in den Großstädten sowie im Hamburger Umland konkurrieren Studierende, Alleinerziehende, Menschen mit schlecht bezahlten Jobs sowie Arbeitsuchende und Rentnerinnen und Rentner um das knapper werdende Angebot auf dem Wohnungsmarkt.

Aus diesem Grund möchten wir – Mieterbund und Sozialverband Schleswig-Holstein – das Recht auf angemessenen Wohnraum in der Landesverfassung verankern!

UNTERSTÜTZEN SIE UNS MIT IHRER UNTERSCHRIFT!

Ihre Unterschrift für das Recht auf bezahlbaren Wohnraum

Warum diese Volksinitiative?

  • In der Vergangenheit haben diverse Landesregierungen und Kommunen aller Größen Entscheidungen getroffen, die bezahlbaren und angemessenen Wohnraum vernichtet haben
  • Durch die Verankerung in der Landesverfassung wird dem Recht auf bezahlbaren Wohnraum deutlich mehr Gewicht gegeben
  • Zukünftige Entscheidungsträger in Schleswig-Holstein müssen ihre Entscheidungen mit der geänderten Landesverfassung in Einklang bringen

Wer kann bei der Volksinitiative mitmachen?

Alle Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, können mit Ihrer Unterschrift die Volksinitiative für bezahlbaren Wohnraum unterstützen.

Leider ist es aus rechtlichen Gründen nicht möglich, sich online an der Volksinitiative zu beteiligen. Gültig sind lediglich Eintragungen in Papierform.

Wie kann ich die Volksinitiative unterstützen?

Sie können die Unterschriftenliste ausdrucken und mit Ihrer Eintragung an uns senden.

Ein Tipp: Auf den Listen ist Platz für zehn Unterschriften. Sammeln Sie doch bei Ihrer Familie, Freunden, Kollegen und Bekannten Unterschriften!

Sie können auch in unseren Geschäftsstellen

Kiel

 Montag - Freitag 9.00 - 13.00 Uhr
sowie Dienstag + Donnerstag 15.00 - 18.00 Uhr
Eggerstedtstr. 1
Telefon 0431/ 97919-0

Rendsburg

Montag 9.30 - 13.00 Uhr + 14.30 - 17.00 Uhr
Dienstag 14.30 - 17.30 Uhr
Mittwoch + Donnerstag 9.30 - 13.00 Uhr
Kieler Str. 19 - Zugang von der Straße "Am Eiland"
Telefon 04331/ 23646

vorbeikommen. Dort liegen zu den Öffnungszeiten stets Listen aus, in die Sie sich eintragen können.

Unterschriften können bis zum 15.02.2019 abgegeben werden:

Deutscher Mieterbund
Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Eggerstedtstr. 1

24103 Kiel

 

Material zum Download

      

          

 

Kiel, den 09. Juli 2018

Volksinitiative für bezahlbaren Wohnraum:

Bereits mehr als 16.500 Unterschriften gesammelt

 

Die vom SoVD Schleswig-Holstein und dem Mieterbund initiierte Volksinitiative für bezahlbaren Wohnraum läuft auf Hochtouren. Knapp fünf Monate nach dem Start im Februar dieses Jahres konnten bereits mehr als 16.500 Unterschriften gesammelt werden – das erforderliche Quorum liegt bei 20.000.

„Wir freuen uns sehr, dass sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger sowie Betriebe und Organisationen unserer Forderung anschließen, das Recht auf bezahlbaren und angemessenen Wohnraum in der schleswig-holsteinischen Landesverfassung zu verankern“, sagte die SoVD-Landesvorsitzende Jutta Kühl auf einer Pressekonferenz am Montag, 9. Juli, im Kieler Studio-Filmtheater, dessen Betreiber Dennis T. Jahnke und Matthias Ehr sich dem Unterstützerkreis angeschlossen haben. Ebenso wie im Restaurant Bambule, dem Café Pennekamp und der Buchhandlung Zapata liegen jetzt auch dort Unterschriftenlisten der Volksinitiative aus.

Außerdem wies Jutta Kühl daraufhin, dass der SoVD Schleswig-Holstein am Sonnabend, 14. Juli, einen landesweiten Aktionstag zur Volksinitiative plant: „Viele unserer rund 370 Ortsverbände werden auf Marktplätzen und sonstigen Veranstaltungen die Bürgerinnen und Bürger auf die Dringlichkeit des Problems der Wohnungsknappheit aufmerksam machen und um Unterstützung für die Volksinitiative werben.“

Der Landesvorsitzende des Mieterbundes, Jochen Kiersch, betonte, dass mit der Absicherung von bezahlbarem Wohnen in der Landesverfassung dessen Stellenwert als Aufgabe der Daseinsvorsorge dokumentiert und die dauerhafte Förderung und Versorgung auch mit Sozialwohnungen sichergestellt werden solle: „Wir wollen verhindern, dass dies dem Zufall politischer Wahlprogramme überlassen bleibt“, so Kiersch.

Gemeinsam lobten Kühl und Kiersch das Engagement der SPD-Landtagsfraktion, die am Mittwoch, 4. Juli, eine auf den Forderungen der Volksinitiative basierende Gesetzesinitiative in den Landtag eingebracht hatte. Zugleich zeigten sie sich enttäuscht von der ablehnenden Haltung der meisten anderen Fraktionen: „Anscheinend ist bei vielen politischen Entscheidungsträgern die problematische Situation auf dem Wohnungsmarkt noch nicht angekommen. Dies zeigt insbesondere die Aussage des FDP-Abgeordneten Jan Marcus Rossa, der in der Debatte erklärte, dass es in Deutschland auf dem Wohnungsmarkt kein gravierendes Problem gebe. Dies ist eine eklatante Verkennung der Realität. Wir hoffen sehr, dass der Landtag, der sich nach Abschluss unserer Volksinitiative erneut mit dem Thema befassen muss, bis dahin seine Meinung der Realität anpasst“ erklärten beide unisono.

Neben der Verankerung des Rechts auf bezahlbaren Wohnraum in der Landesverfassung fordern SoVD und Mieterbund dauerhaft höhere Haushaltsmittel von Bund und Land, um den Bau von 150.000 Wohnungen sicherzustellen, die unstreitig bis 2030 fehlen. Wegen des Defizits insbesondere bei Sozialwohnungen ist das gesetzte Ziel von bisher 30 Prozent neuer Sozialwohnungen auf einen Anteil von mindestens 50 Prozent zu erhöhen.

Bei Mietwohnungen sind langfristige Bindungen von 50 bis 80 Jahren und die bevorzugte Vergabe an kommunale Investoren erforderlich. Das Zweckvermögen Wohnungsbau muss dabei erhalten bleiben.

Darüber hinaus benötigt Schleswig-Holstein eine neue Verordnung für Gebiete mit erhöhtem Wohnungsbedarf, um ordnungswidrige Mieten sanktionieren zu können.

Die Verordnungen zur Mietpreisbremse und zur Kappungsgrenze sind hinsichtlich der Erweiterung der Liste der Kommunen kurzfristig zu prüfen und die unseres Erachtens notwendige Erweiterung noch 2018 umzusetzen. Die Verordnungen sind so lange zu verlängern, bis angemessener bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht.

Landesseiten
Juni 2018
mit folgenden Beiträgen
:

1. 15 Prozent Kappungsgrenze
    für Mieterhöhungen
2. Kommunalwahl 2018
    Schleswig-Holstein hat gewählt
3. Mehrheit lehnt Schließung
    des Verkehrslandeplatzes ab
4. Kurz notiert
5. E-Mail-Meldung

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Landesseiten
April 2018
mit folgenden Beiträgen
:

1. Bundestagsabgeordneter Stein beim
    Kieler Mieterverein
2. Revisoren des Landesverbandes
3. Online-MieterZeitung
4. Jahreshauptversammlung beim
    Mieterverein Mittelholstein
5. Kieler Mieterverein - Mitgliederversammlung
6. Landesverbandstag 2018 in Pinneberg

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Berlin, 10. April 2018  

Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten:  
Grundgesetzänderung für sozialen Wohnungsbau geplant
Mieterbund: Erstes positives Signal der neuen Bundesregierung  


(dmb) „Wir begrüßen die Pläne der Bundesregierung, mit Hilfe einer Grundgesetzänderung auch über das Jahr 2019 hinaus Verantwortung für den Bau von Sozialmietwohnungen zu übernehmen“, kommentierte der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, entsprechende Medienberichte. „Damit setzt die neue Bundesregierung ein erstes positives Signal für den bezahlbaren Mietwohnungsbau.“  

Die Grundgesetzänderung ist notwendig, damit der Bund wie bisher den Bau von Sozialmietwohnungen finanziell unterstützen kann. Nach heutiger Rechtslage dürfte der Bund diese so genannten Kompensationszahlungen nur noch bis zum Jahr 2019 leisten. 

Siebenkotten: „Jährlich müssen mindestens 80.000 neue Sozialmietwohnungen gebaut werden. Die Kosten der öffentlichen Förderung hierfür belaufen sich auf ca. 3 Milliarden Euro, die gemeinsam von Bund und Ländern geschultert werden müssen. Über die Grundgesetzänderung wird die Möglichkeit einer dauerhaften finanziellen Beteiligung des Bundes eröffnet. Jetzt müssen die Bundesmittel mindestens auf dem heutigen Niveau von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr fortgeschrieben werden. Daneben müssen die Länder ihrer Verantwortung für den sozialen Mietwohnungsbau gerecht werden, also eigene Fördermittel in gleicher Höhe zur Verfügung stellen.“  

Kiel, den 05.04.2018

Vermietungssituation in Kiel

Haus & Grund realitätsfern?

Kieler Mieterverein und Mieterbund Schleswig-Holstein beanstanden die „Presseflut“ des Haus- und Grundeigentümervereins, nachdem die 15 %-Kappungsgrenze für die Landeshauptstadt Kiel nunmehr in Kraft getreten ist. „Es ist doch keine Überraschung, wie katastrophal eng der Kieler Wohnungsmarkt ist! Spätestens seit dem von der Landesregierung eingeholten Gutachten im Vorfeld der Einführung der Kappungsgrenzenverordnung war klar, dass Kiel aufgrund des Bevölkerungszuwachses, der fehlenden Bautätigkeit bezüglich preisfreier oder öffentlich geförderter Neubauten, der Durchschnittseinkommen und der Anzahl der auf öffentliche Mittel angewiesenen Haushalte alle Kriterien erfüllte, um in die Liste der Städte der Kappungsgrenzenverordnung aufgenommen zu werden. Einzig fehlte das positive Votum der Kieler Ratsversammlung, die entgegen der für den Mieterbund auf der Hand liegenden Zahlen zunächst die Erfassung für den Mietspiegel 2016 abwarten wollte. Die durchschnittliche Steigerung des neuen Mietspiegels ergab das Dreifache gegenüber dem Anstieg beim Vorgänger-Mietspiegel des Jahres 2014. Einzelne Vergleichsmieten erfuhren Steigerungen um mehr als 30 %. Auch im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle stieg die Einwohnerzahl Kiels weiter. Der Wohnungsbau kam nicht voran. Die Wohnungsbaugesellschaften haben nicht Neubauten errichtet, im Übrigen überwiegend im hochpreisigen freifinanzierten Bereich. Die Stadt Kiel war daher konsequent, den Weg zu einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft und der Errichtung stadteigener Wohnungen zu beschreiten und die Notbremse hinsichtlich der Kappung der Mietsteigerungen im laufenden Mietverhältnis zu beantragen. 15 % Preissteigerung oder 5 % pro Jahr sind nach wie vor das Mehrfache der allgemeinen Steigerung der Verbraucherpreise.

Und ab wann gilt die Verordnung? Ab Ende März ist die Stadt Kiel in die Liste der Kommunen aufgenommen, in der die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen zu angemessenen Bedingungen in einer Gemeinde oder einem Teil einer Gemeinde besonders gefährdet ist (§ 558 Abs. 3 Satz 2 BGB). Damit wird nur bestätigt, was zu der Entscheidung der Ratsversammlung in Kiel im Herbst des vergangenen Jahres geführt hat: Die Versorgung mit bezahlbaren Mietwohnungen in Kiel ist besonders gefährdet. Diese Entscheidung ist damals veröffentlicht worden und somit keine Überraschung für Vermieter in Kiel. Nach Darstellung des Kieler Mietervereins haben sich Wohnungsbaugesellschaften vereinzelt danach auch auf eine Anhebung von 15 % beschränkt. „Wir warten mit Gelassenheit ab, ob die Gerichte im Streitfall die 15 %-Grenze ab 01.04.2018 bestätigen“, so Heidrun Clausen vom Mieterbund. „Haus & Grund möge seinen Mitgliedern empfehlen, sich am Bau von neuen bezahlbaren Wohnungen zu beteiligen, statt unseres Erachtens künstlich wirtschaftliche Schäden von Eigentümern herbeizureden“.

Verantwortlich: Geschäftsführerin Heidrun Clausen, Kiel

Kiel, den 03.04.2018

15 %-Kappungsgrenze in Kiel in Kraft!
Mieterbund Schleswig-Holstein appelliert an Land,
weitere Kommunen in die Verordnung aufzunehmen

Ab 30.03.2018 gilt die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen auch in Kiel. Für deren Mieterinnen und Mieter darf die Miete innerhalb von drei Jahren danach nur noch um maximal 15 % steigen. Bisher lag die Grenze noch bei 20 %. „Eine echte Erleichterung – und ein wenig mehr Gerechtigkeit auf dem Wohnungsmarkt!“, so Geschäftsführerin Heidrun Clausen vom Mieterbund Schleswig-Holstein.

Denn wegen der hoffnungslos fehlenden preiswerten Wohnungen haben weder Wohnungssuchende, noch die in Kiel schon Wohnenden eine Auswahl- oder Ausweichmöglichkeit. Was nützt eine Wohnung auf dem Land, die preiswerter ist, wenn dazu monatliche Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz aufgebracht werden müssen – ganz zu schweigen von der damit verbundenen Ökobilanz und dem zusätzlichen Zeitaufwand. Auch klettern die Mietpreise schneller in die Höhe als das Einkommen von Arbeitnehmerhaushalten.

Nur für 15 Städte und Kommunen in Schleswig-Holstein galt bisher die Kappungsverordnung seit 01.12.2014: Ahrensburg, Ammersbek, Bargteheide, Barsbüttel, Glinde, Helgoland, Hörnum, Kampen, List, Nebel, Sylt, Wedel, Wenningstedt-Braderup, Wentorf und Wyk auf Föhr.

Ab jetzt greift sie auch für Kiel. Das ist viel zu spät, weil die Bevölkerungszahl wie in den Vorjahren auch schneller gestiegen ist als der Wohnungsneubau. Die Mietpreise sind dadurch ebenfalls schneller angezogen. Nach der Erfahrung der Mietervereine in Schleswig-Holstein nutzen viele Vermieter die 20 %-Grenze aus und in Kiel wird trotz der ohnehin schon gestiegenen Mieten laut Mietspiegel von einigen Vermietern versucht, zur Basismiete Aufschläge hinzuzurechnen, die völlig unbegründet sind. Als Beispiel führt der Kieler Mieterverein Mieterhöhungsforderungen der BCP an, die Zuschläge von 12 % auf 35 Jahre alte Kücheneinrichtungen verlangt oder etwa 8 % auf einen Fernwärmeanschluss geltend macht, der ausweislich des Energieausweises vor dem maßgeblichen Zeitraum lag.

Statt preiswerter Sozialwohnungen entstanden trotz des erkannten Bedarfs in Schleswig-Holstein weiter überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser und teure Eigentumswohnungen. Der Mieterbund Schleswig-Holstein fordert deshalb mehr Mietwohnungsbau besonders in den Städten, im Hamburger Rand und in den Bädergemeinden an Nord- und Ostsee. „Nach Kiel müssen nun auch weitere Städte aufgenommen werden wie Norderstedt, Flensburg, Lübeck, Pinneberg, Halstenbek oder Schenefeldt“, so noch einmal Clausen. „Es sollte eine dauerhafte und flächendeckende Kappungsgrenze geben!“ Planmäßig läuft diese sonst schon Ende 2019 wieder aus.

Gesetzes- und Verordnungsblatt vom 29.03.2018
http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IV/Service/GVOBl/gvobl_node.html

Verantwortlich: Geschäftsführerin Heidrun Clausen, Kiel

Kiel, den 22.02.2018

Mieterbund zur Volksinitiative -
VNW schönt Verbandsaktivitäten und verniedlicht Probleme am Wohnungsmarkt

Der Mieterbund Schleswig-Holstein sieht die Volksinitiative zur Aufnahme eines Grundrechts auf angemessenes Wohnen in die Landesverfassung durch den VNW bestätigt.

Fakt ist, dass die im Verband VNW gebundenen Wohnungsunternehmen kräftig am Markt mitmischen.

Mitglieder der Organisation sind nach dem Ankauf ehemals öffentlich geförderter Wohnungsbestände auch große Finanzinvestoren wie die Vonovia, die bisher kein Interesse erkennen lassen, neu zu bauen. Gleichzeitig beteiligen sie sich per Knopfdruck an flächendeckenden Mieterhöhungen und nutzen nach den Erfahrungen des Mieterbundes Schleswig-Holstein jede Chance, auch kleine Steigerungen zu realisieren, die mitverantwortlich für den starken Anstieg der Mieten sind.

Der von der Wohnungswirtschaft und seinem Verband VNW bevorzugte Lösungsweg konzentriert sich weitgehend darauf, dass die öffentliche Hand, also Bund, Länder und Kommunen, Bauland zu Vorzugsbedingungen an sie abgeben sollen. Damit würde sich diese vielfach der letzten Lenkungsmöglichkeit berauben, da kommunale Wohnungsunternehmen fast überall bereits veräußert wurden. „Eine weitaus bessere Lösung wäre es, wenn die Kommunen und das Land unabhängig von der Wohnungswirtschaft wieder selbst Wohnungen bauen bzw. den Bau von Werkswohnungen fördern“, so Heidrun Clausen, Landesgeschäftsführerin des Mieterbundes.

Die Aussage des Verbandsdirektors des VNW „Insofern wäre es nett, wenn sich das Land in seiner Verfassung zur Förderung des bezahlbaren Wohnraums bekennt…“, verhöhnt die Probleme und Bedürfnisse der Menschen, die auf preiswerten Wohnraum angewiesen sind, da er als ehemaliger Bürgermeister und Innenminister die Weichen hätte stellen können.

Immerhin bestätigt auch der Verband VNW, dass zu wenig bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist.

Wir fordern deshalb alle Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner auf, die Volksinitiative für ein Grundrecht durch ihre Unterschrift zu unterstützen, damit der Neubau von bezahlbarem Wohnraum nicht dem Spielball der jeweiligen Regierung überlassen bleibt.

Nähere Auskünfte zu allen hiermit zusammenhängenden Fragen erteilen alle schleswig-holsteinischen Mietervereine. Deren Sprechzeiten und Aufnahmebedingungen können bei der Landesgeschäftsstelle des Deutschen Mieterbundes Schleswig-Holstein, Eggerstedtstraße 1, 24103 Kiel, Telefon 0431/97919-0 erfragt werden. Sie sind auch im Internet verfügbar unter www.mieterbund-schleswig-holstein.de.

Verantwortlich: Geschäftsführerin Heidrun Clausen, Kiel

  

SoVD und Mieterbund geben Startschuss zur
Volksinitiative für bezahlbaren Wohnraum

Die Landesvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Jutta Kühl, und ihr Stellvertreter Sven Picker haben gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden des Deutschen Mieterbundes (DMB) Jochen Kiersch und dem Geschäftsführer Carsten Wendt am Freitag, 16. Februar, auf einer Pressekonferenz im Landeshaus den Startschuss zu einer Volksinitiative für bezahlbaren Wohnraum in Schleswig-Holstein gegeben. Ziel ist es, das Recht auf bezahlbaren und angemessenen Wohnraum in der Landesverfassung zu verankern. Von jetzt an haben beide Verbände ein Jahr Zeit, um 20.000 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern Schleswig-Holsteins zu sammeln und anschließend dem Landtagspräsidenten zu übergeben. Ist das Quorum erfüllt, muss sich der Landtag mit dem Anliegen der Volksinitiative befassen.

Konkret beantragen SoVD und DMB in die Landesverfassung einen Artikel 13a aufzunehmen. Wortlaut:

Angemessene Wohnung

  • Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Wohnung. Das Land fördert die Schaffung und Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum, insbesondere durch Maßnahmen des sozialen Wohnungsbaus, durch Mieterschutz und Mietzuschüsse.
  • Die Räumung einer Wohnung darf nur vollzogen werden, wenn Ersatzwohnraum zur Verfügung steht. Bei einer Abwägung der Interessen ist die Bedeutung der Wohnung für die Führung eines menschenwürdigen Lebens besonders zu berücksichtigen.“

Hintergrund der Volksinitiative ist die dramatische Situation auf dem Wohnungsmarkt in Schleswig-Holstein. Der aktuelle Bestand an bezahlbaren Wohnungen ist viel zu gering. Von ehemals circa 220.000 öffentlich geförderten Wohnungen in Schleswig-Holstein sind im Jahr 2017 lediglich etwa 47.000 geblieben. Die Obdachlosigkeit steigt kontinuierlich an. Derzeit leben rund 10.000 Menschen in unserem Bundesland ohne Obdach – Tendenz rasant steigend.

Die Aufnahme des Staatsziels auf bezahlbaren und angemessenen Wohnraum in die Landesverfassung unterfüttern SoVD und DMB mit konkreten Forderungen zur Verbesserung der Wohnsituation in Schleswig-Holstein:

  • Zusätzlicher Bau von 8.000 preisgünstigen, geförderten Wohnungen pro Jahr.
  • Mehr barrierefreie Wohnungen für Senioren und Menschen mit Behinderung
  • Nachbesserungen bei der bisher weitgehend wirkungslosen Mietpreisbremse
  • Kein Leerstand von Wohn- und Gewerberäumen durch Erlass einer Zweckentfremdungsverordnung
  • Förderung von Neugründungen kommunaler Wohnungsbaugesellschaften mit Landesmitteln.

Jutta Kühl sagte auf der Pressekonferenz: „Als Verbände können wir keine Gesetze machen, geschweige denn durchsetzen. Was wir aber machen können, ist politischen Druck aufbauen. Und hier ist eine Volksinitiative das stärkste Instrument, das uns zur Verfügung steht. Wir hoffen, dass uns viele Menschen mit ihrer Unterschrift unterstützen. Je mehr Unterschriften zusammenkommen, desto größer wird der Druck auf die politisch Verantwortlichen endlich zu handeln, um die mittlerweile unhaltbare Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen.“

Sven Picker legte sein Augenmerk speziell auf die Wohnsituation von Menschen mit Behinderung: „Das Wort Inklusion ist zurzeit in aller Munde. Wenn es aber um konkrete Schritte bei der Umsetzung geht, gibt es nach wie vor große Schwierigkeiten. Dies gilt sowohl für den Arbeits-, als auch immer mehr für den Wohnungsmarkt. Gerade Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer haben Probleme, eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene und auch für den kleineren Geldbeutel bezahlbare Wohnung zu finden. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden.“

Jochen Kiersch sagte: „Die Probleme auf dem schleswig-holsteinischen Wohnungsmarkt sind größtenteils hausgemacht. Sie sind die unmittelbare Folge des Verkaufes kommunaler Wohnungsbaugesellschaften an renditeorientierte Finanzinvestoren, der gewollten Reduzierung des Sozialwohnungsbestandes und der viel zu geringen Neubautätigkeit. Es mangelte den Wohnungspolitikern offenkundig an Weitsicht, denn die Folgen waren vorhersehbar. Mit der Aufnahme des Rechtes auf eine angemessene Wohnung in die Landesverfassung gewinnt Wohnungspolitik eine höhere Priorität und die wird dringend benötigt - auch als eindringliche Mahnung für mehr Nachhaltigkeit.“.

Carsten Wendt betonte: „Angesichts der aktuellen Entwicklung am Wohnungsmarkt ist es unerlässlich, das Gut des angemessenen und bezahlbaren Wohnraums mit Verfassungsrang auszustatten. Die Anzahl bezahlbarer Wohnungen nimmt rasant ab, wohingegen die Nachfrage nach solchen Wohnungen nicht zuletzt wegen der immer weiter auseinanderklaffenden Einkommensschere stetig ansteigt. Es gilt deutlich zu machen, wie fundamental das Bedürfnis angemessenen Wohnens für jeden Einzelnen ist.“.

Nähere Informationen zur Volksinitiative und Unterschriftenlisten zum Ausdrucken gibt es unter: www.sovd-sh.de sowie www.mieterbund-schleswig-holstein.de.

Landesseiten
Februar 2018
mit folgenden Beiträgen
:

1. Neuer Betriebskostenspiegel
    für Schleswig-Holstein
2. Mieterverein Mittelholstein
    - Jahreshauptversammlung
3. Recht auf angemessenes Wohnen
    in Landesverfassung
4. Umzugsmeldung

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Kiel, den 10.01.2018

Mieterbund fordert kurzfristige Regierungsbildung mit Schwerpunkt Wohnraumversorgung

                                                         

Der Deutsche Mieterbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V. appelliert an die Parteien von SPD, CDU und CSU zur umgehenden Einigung über eine Regierungskoalition, deren Wohnungs- und Mietenpolitik die dringenden Fragen des bezahlbaren Wohnens und des dringend gebotenen Neubaus von Miietwohnungen lösen kann.

Auch in Schleswig - Holstein steigen die Mieten in einem Ausmaß, das der Einkommenssituation der betroffenen Haushalte nicht mehr gerecht wird.

„Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass der Mieterschutz durch Untätigkeit  zunehmend ausgehebelt wird!“ reagierte der Landesvorsitzende des schleswig-holsteinischen Mieterbundes Jochen Kiersch  anlässlich eines Gesprächs mit dem neuen Kieler SPD-Bundestagsabgeordneten Mathias Stein. „Seit einem Jahr verstaubt die wichtige Mietrechtsreform von SPD-Bundesminister Maas bei der Bundeskanzlerin.“

Mit Sorge sieht der Mieterbund Schleswig-Holstein jedoch die befristeten Instrumente Kappungsgrenzenverordnung und Mietpreisbremse. „Die Aufgabe der Instrumente wäre ein eklatanter Fehler“, so Heidrun Clausen, Geschäftsführerin des Landesverbandes, da der Mietwohnungsbau mit bezahlbaren Wohnungen nur äußerst schleppend vorankommt und einige Jahre erfordert, um den Markt zu entlasten. „Wir fordern daher noch in 2018 die rechtzeitige Weichenstellung für eine Verlängerung des notwendigen Schutzes der Mieter vor katapultierenden Mieten!“  

Dafür muss die Mietpreisbremse nachgebessert und Mietwucher verhindert werden.

Nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes fehlen jährlich bundesweit mindestens 80.000 neue Sozialwohnungen. Die Situation ist in Schleswig-Holstein ähnlich dramatisch, was sich insbesondere in den Städten und Ballungszentrum sowie auf den Inseln nachvollziehen lässt. 300.000 Bezieher von Transferleistungen wie Grundsicherung oder Hilfe zum Lebensunterhalt sind schon auf bezahlbare Wohnungen angewiesen, vorhanden sind von ehemals 200.000 öffentlich geförderten Wohnungen lediglich ca. 47.000. Das führt zur überdurchschnittlichen Belastung der betroffenen Haushalte, vielfach bis 50 % des verfügbaren Einkommens. „Der Bund muss sich daher ab 2020 weiter an der Wohnungsbauförderung beteiligen. Auch wäre für die vielen Bundesbediensteten ein aktiver Wohnungsbau durch den Bund sinnvoll, um die Märkte zu entlasten.“, so noch einmal der Landesvorsitzende Jochen Kiersch.

Verantwortlich: Geschäftsführerin Heidrun Clausen, Kiel

Kiel, den 08.01.2018

Neuer Betriebskostenspiegel für Schleswig-Holstein

 

Die Belastung durch Betriebskosten für Mieter in Schleswig-Holstein hat durchschnittlich erneut zugenommen. Grundlage der Betrachtung ist das Abrechnungsjahr 2015. Betrugen die Kosten beim letzten Betriebskostenspiegel durchschnittlich noch 2,35 € pro Quadratmeter im Monat, sind es nunmehr 2,39 €.

Dagegen lag die Belastung bei Umlage aller denkbaren Betriebskosten im Erfassungsjahr 2014 noch bei 3,17 € pro Quadratmeter im Monat, während sie nach Auswertung der Datenbasis für das Erfassungsjahr 2015 nur noch bei 3,05 € pro Quadratmeter und Monat liegt.

Für eine 80 Quadratmeter musste ein Mieter daher bei Anfallen aller Betriebskostenarten durchschnittlich 2.928.00 € im Jahr aufwenden.

Eine genauere Betrachtung zeigt nach Angaben des Deutschen Mieterbundes Schleswig-Holstein, dass die Entwicklung einzelner Betriebskostenarten durchaus große Unterschiede aufweist.

So ist der denkbare Gesamtrückgang nahezu ausschließlich auf die geringeren Heiz- und Warmwasserkosten zurückzuführen. Lag die durchschnittliche Belastung beim letzten Betriebskostenspiegel hier noch bei 1,38 € pro Quadratmeter im Monat, ist sie jetzt auf 1,24 pro Quadratmeter im Monat gesunken. Gründe hierfür waren die erneut milde Heizperiode sowie die größtenteils gesunkenen Energiepreise im Betrachtungszeitraum. Verglichen mit dem Bundesdurchschnitt mussten die Schleswig-Holsteiner für die Heiz- und Warmwasserversorgung allerdings ca. 15 % mehr bezahlen.

Signifikante Steigerungen sind dagegen bei den Kosten für Wasser und Abwasser zu beobachten, die um knapp 10 % auf nunmehr 0,38 € pro Quadratmeter im Monat gestiegen sind.

Auch die Kosten für die Gartenpflege (+ 16,6 %) und den Aufzug (+ 6,7 %) haben sich spürbar erhöht.

Da die Energiepreise 2016 durchschnittlich nochmals günstiger als im Abrechnungsjahr 2015 und die klimatischen Bedingungen relativ vergleichbar waren, besteht vorsichtiger Optimismus, dass jedenfalls keine drastischen Preissteigerungen im nächsten Betriebskostenspiegel zu erwarten sind.

Nähere Auskünfte zu allen hiermit zusammenhängenden Fragen erteilen alle schleswig-holsteinischen Mietervereine. Deren Sprechzeiten und Aufnahmebedingungen können bei der Landesgeschäftsstelle des Deutschen Mieterbundes Schleswig-Holstein, Eggerstedtstraße 1, 24103 Kiel, Telefon 0431/97919-0 erfragt werden. Sie sind auch im Internet verfügbar unter www.mieterbund-schleswig-holstein.de.

Verantwortlich: Geschäftsführer Carsten Wendt, Kiel

Landesseiten
Dezember 2017
mit folgenden Beiträgen
:

1. MV Norderstedt drängt auf bezahlbaren
    Wohnraum
2. Kieler Rat
    - Votum für Kappungsgrenzenverordnung
3. Mitgliederversammlung beim MV Flensburg
4. Landesarbeitstagung in Neumünster
5. Kurz notiert

  • Beirat Verbraucherzentrale:
    Heidrun Clausen zur Vorsitzenden gewählt

6. Zum Jahreswechsel
7. Kieler Mieterverein
    - SEPA-LASTSCHRIFT-MANDAT

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Kiel, den 09.12.2014

Weihnachtsschmuck im Mehrfamilienhaus

Nicht nur die Wohnung, auch Balkone, Hausfassaden oder Treppenhäuser werden in der Vorweihnachtszeit zum Teil üppig geschmückt. Für die einen ist das ein unverzichtbarer Bestandteil der Vorweihnachtszeit, für die anderen häufig Stein des Anstoßes und Ärgernis. Die schleswig-holsteinischen Mietervereine erläutern, was erlaubt ist:

sh-karte Flensburger Mieterverein Mieterverein Wedel Mieterverein Neumünster Mieterverein Lübeck Kieler Mieterverein Mieterverein Norderstedt Mieterverein Elmshorn Mieterverein Pinneberg Mieterverein Geesthacht Kieler Mieterverein, Beratungsstelle Kaltenkirchen Kieler Mieterverein, Beratungsstelle Rendsburg Kieler Mieterverein, Beratungsstelle Itzehoe Kieler Mieterverein, Beratungsstelle Heide Kieler Mieterverein, Beratungsstelle Eckernförde Kieler Mieterverein, Beratungsstelle Husum Kieler Mieterverein - Beratungsstelle Schleswig

1. Vorsitzender Jochen Kiersch Kieler Mieterverein
2. Vorsitzende Eileen Munro  Mieterverein Lübeck
Schriftführerin Heidrun Clausen Kieler Mieterverein
Kassierer Wolfram Jasker Mieterverein Wedel
Beisitzer Detlev Gutsch Mieterverein Flensburg
Beisitzer Hauke Petersen Mieterverein Mittelholstein
Beisitzer Kurt Plagemann Mieterverein Norderstedt
Beisitzerin Christiane Ritzer Mieterverein Geesthacht
Beisitzer Lutz Witt Mieterverein Pinneberg

 

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24103 Kiel
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Telefon 0451/ 71227
Telefax 0451/ 73860
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www.mieterverein-luebeck.de

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24534 Neumünster
Telefon 04321 / 4 56 36
Telefax 04321 / 4 86 14
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22848 Norderstedt
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Flensburg

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Mittwoch 8.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag 14.00-17.00 Uhr
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Heide

Mittwoch 15.00-18.00 Uhr
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