Deutscher Mieterbund
Landesverband Schleswig-Holstein

Kiel, den 10.07.2014

Neuer Betriebskostenspiegel für Schleswig-Holstein

Einmal jährlich wertet der Deutsche Mieterbund die Ergebnisse von Heiz- und Betriebskostenabrechnungen aus und erstellt daraus einen Betriebskostenspiegel. Jetzt liegt das Ergebnis der im Jahre 2013 in Schleswig-Holstein vorgelegten Betriebskostenabrechnungen aus 2012 vor. Ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, dass die Heizkosten um 23,5 % gestiegen sind, was dem kalten Winter und den hohen Energiepreisen des Jahres 2012 geschuldet ist. Erwartungsgemäß sind auch die Warmwasserkosten spürbar gestiegen, wenn auch "nur" um 16,5 %.

Die Betriebskostenpositionen Grundsteuer, Wasser/Abwasser, Aufzug, Winterdienst und Müllbeseitigung sind gegenüber dem Vorjahr erfreulicherweise gesunken. Die meisten übrigen Positionen weisen eine geringfügige Schwankungsbreite auf, mit Ausnahme der Kosten für Gemeinschaftsantenne und Kabelfernsehen, die ebenfalls gesunken sind, und zwar um ca. 19 %.

Gegenüber 2,28 € im Vorjahr fallen die Betriebskosten 2012 im Durchschnitt nur mit 2,01 € je m² Wohnfläche monatlich an. Rechnet man dagegen alle denkbaren Betriebskostenarten mit den jeweiligen Einzelbeträgen zusammen, so können Sie sich auf bis zu 3,20 € je m² Wohnfläche monatlich aufaddieren. Der Unterschied zwischen beiden Werten resultiert aus der Tatsache, dass nicht in allen Mietverhältnissen alle Betriebskostenarten anfallen oder umgelegt werden. Der Vorjahreswert in der Summe aller Betriebskostenarten betrug 3,12 € je m². Die Betriebskosten weisen also nach wie vor steigende Tendenz auf.

Deshalb halten die schleswig-Holsteinische Mietervereine ihre Forderung aufrecht, das Bürgerliche Gesetzbuch so zu ändern, dass zukünftig wieder alle Betriebskosten in der Miete enthalten sein müssen mit Ausnahme derjenigen, die verbrauchsabhängig sind und gemessen werden. Sie appellieren an die Wohnungswirtschaft, eigene Anstrengungen zu unternehmen, um die Betriebskosten zu deckeln. Die massenhafte und unkritische Vergabe aller möglichen Dienstleistungen an unterschiedliche Unternehmen (die teilweise dem eigenen Konzernverbund angehören) treibt die Betriebskosten immer weiter in die Höhe.

Dem Betriebskostenspiegel liegen Einzelabrechnungen über 10.000 m² Wohnfläche zugrunde. Da die Abrechnungen regelmäßig auch die Gesamtfläche des Hauses angeben, lässt sich für den Betriebskostenspiegel daraus natürlich eine wesentlich größere Fläche ableiten. Insgesamt liegen ihm 380.000 m² Wohnfläche zu Grunde.

Nähere Auskünfte zu allen hiermit zusammenhängenden Fragen erteilen alle schleswig-holsteinischen Mietervereine. Deren Sprechzeiten und Aufnahmebedingungen können bei der Landesgeschäftsstelle des Mieterbundes Schleswig-Holstein, Eggerstedtstraße 1, 24103 Kiel, Telefon 0431/97919-0 erfragt werden. Sie sind auch im Internet verfügbar unter www.mieterbund-schleswig-holstein.de.

Verantwortlich: Jochen Kiersch, Kiel