Deutscher Mieterbund
Landesverband Schleswig-Holstein

Die Belastung durch Betriebskosten für Mieter in Schleswig-Holstein ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Grundlage der Betrachtung ist das Abrechnungsjahr 2016. Im Jahr 2016 betrug die durchschnittliche Belastung der Mieter wie im Jahr 2015 2,39 € pro Quadratmeter im Monat.

Positiv ist jedoch zu bemerken, dass die Belastung bei Umlage aller denkbaren Betriebskosten im Erfassungsjahr 2015 noch bei 3,05 € pro Quadratmeter im Monat lag, nach Auswertung der Datenbasis für das Erfassungsjahr 2016 jedoch nur noch bei 2,87 € pro Quadratmeter im Monat.

Zur Verdeutlichung musste ein Mieter einer 50 Quadratmeter großen Wohnung durchschnittlich 1.722,00 € im Jahr für Betriebskosten aufwenden.

Eine genauere Betrachtung zeigt nach Angabe des Deutschen Mieterbundes Schleswig-Holstein, dass die Entwicklung einzelner Betriebskostenarten durchaus positive Abweichungen aufweist.

Der Gesamtrückgang ist ausschließlich auf die Grundsteuer, das Wasser inklusive Abwasser und der Heizung inklusive Warmwasser zurückzuführen. So lag im Jahr 2015 die Belastung der Grundsteuer noch bei 0,20 € pro Quadratmeter im Monat und für Wasser bei 0,38 € pro Quadratmeter im Monat. Im Jahr 2016 sank der Wert für die Grundsteuer auf 0,17 € pro Quadratmeter im Monat und für Wasser auf 0,34 € pro Quadratmeter im Monat. Die größte Reduzierung erfolgte jedoch bei Heizung inklusive Warmwasser. Mit 7,26 % ist der Durchschnitt von 1,24 € pro Quadratmeter im Monat (2015) auf 1,15 € pro Quadratmeter im Monat (2016) gesunken. Gründe dafür waren die erneut milde Heizperiode und die größtenteils gesunkenen Energiepreise.

Leichte Steigerungen sind für die Positionen „Gebäudereinigung“ und „Versicherung“ zu verzeichnen.

Unter Berücksichtigung der leider enormen Steigerung für Energie ist für das Jahr 2017 mit einer erheblichen Preissteigerung im Bereich der Heiz- und Warmwasserkosten zu rechnen.

Nähere Auskünfte zu allen hiermit zusammenhängenden Fragen erteilen alle schleswig-holsteinischen Mietervereine. Deren Sprechzeiten und Aufnahmebedingungen können bei der Landesgeschäftsstelle des Deutschen Mieterbundes Schleswig-Holstein, Eggerstedtstraße 1, 24103 Kiel, Telefon 0431/97919-0 erfragt werden. Sie sind auch im Internet verfügbar unter www.mieterbund-schleswig-holstein.de.

Verantwortlich: Sophie Mainitz, Kiel

 

 

 

Kiel, den 04.11.2010

LEG, DGAG, Pirelli RE, Prelios - vom Niedergang eines Wohnungsbestandes

Es ist gekommen wie es kommen musste: Die ehemals fast vollständig landeseigene LEG Schleswig-Holstein war ein profitables Wohnungsunternehmen, das dem Land eine ordentliche Rendite und den Mietern, die häufig Landesbedienstete waren, sicheres und faires Wohnen ermöglichte. Dieses Unternehmen ist gegen den Protest der Mieterorganisation scheibchenweise auf Rendite getrimmt worden auf dem Weg über die DGAG bis hin zu Pirelli RE.

Kiel, den 05.10.2010

Betriebskostenabrechnung für öffentlich geförderten Wohnraum:
Erhebung des Umlageausfallwagnisses seit dem Inkrafttreten des SHWoFG nicht mehr zulässig

Am 01.07.2009 ist das SHWoFG in Kraft getreten. Mit diesem Gesetz wurde das „Kostenmietrecht" abgeschafft, das für die meisten Sozialwohnungen in Schleswig-Holstein Gültigkeit hatte. Mit der Abschaffung des Kostenmietrechtes ist auch die Berechtigung entfallen, das sogenannte „Umlageausfallwagnis" zu erheben, das Vermieter für Zahlungsausfälle bei den Betriebskosten entschädigen sollte.